Unser Wald

Lieber Waldbesucher,

auch von unserer Seite ein herzliches Willkommen im schönen Wittgensteiner Land.

Der Wald bei uns ist in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Nicht nur, dass er durch die abwechslungsreiche Mischung von Fichten- und Buchenwäldern besonders spannend ist, sondern auch die Eigentumsverhältnisse unterscheiden sich von anderen Regionen Nordrhein-Westfalens:
In Wittgenstein ist fast der gesamte Wald im Eigentum von Privatleuten oder von Kommunen. Für alle Privatwaldbesitzer spielt der Wald eine wichtige wirtschaftliche Rolle und trägt durch die Nutzung des Holzes zum Familieneinkommen bei. Beim größten Waldbesitzer in Wittgenstein, dem Prinzen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, der insgesamt 13.000 ha Wald besitzt, ist der Wald sogar die einzige Einnahmequelle für die Versorgung der Familie, für die Erhaltung des Schlosses und für die Löhne und Gehälter der etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bitte haben Sie daher Verständnis dafür, wenn Ihnen auf Ihren Wanderungen die Spuren der wirtschaftlichen Betätigungen begegnen, wenn Holztransporter oder Forstleute mit ihren Fahrzeugen den Wald befahren, wenn Wege durch wirtschaftliche Tätigkeit in Mitleidenschaft gezogen sind, oder Sie durch Sperrschilder auf Gefahren bei der Holzfällung hingewiesen werden. Die Wege, die Ihnen zum Naturgenuss zur Verfügung stehen, sind die „forstwirtschaftlichen Lebensadern“ und wurden von uns für die Nutzung des Waldes gebaut und regelmäßig instandgesetzt. Alleine in der Fürstlichen Verwaltung müssen dazu jährlich etwa 20 bis 30 Cent für jeden Meter Weg aufgewendet werden, bei einer Gesamtwegelänge von ca. 700 km ein erheblicher finanzieller Aufwand.

Die Holznutzung in den Wittgensteiner Wäldern erfolgt nachhaltig, d.h. es wird nie mehr Holz eingeschlagen als auch nachwächst. Dieses Prinzip der Nachhaltigkeit, von deutschen Forstleuten vor ca. 200 Jahren erfunden, ist inzwischen zum „Exportschlager“ weltweit geworden. Wir praktizieren es hier traditionell zu unserem Nutzen und zu Ihrer Freude.

Noch eine Besonderheit hat der Wittgensteiner Wald zu bieten: Nicht nur der Wildreichtum (wir haben Rotwild, Muffelwild, Schwarzwild, Rehwild und andere kleinere Wildarten), sondern vor allem die Erlebbarkeit von Wild sind das Besondere. Durch die besondere Art der Bejagung ist das Wild bei uns in vielen Bereichen tagaktiv, d.h. die Chance für Sie, Wild über Tag zu beobachten, ist groß, wenn Sie sich vernünftig verhalten. Zum vernünftigen Verhalten gehört das Respektieren von Sperrbereichen, in denen das Wild gänzlich ungestört bleiben muss. Diese Sperrbereiche sind durch grüne Hinweisschilder mit einer weißen Hand gekennzeichnet. Störungen werden immer wieder ausgelöst durch Menschen, die auf der Suche nach dem Anblick von Wild diesem nachstellen, d.h. Wild verfolgen oder in die Einstände dringen. Dieses Nachstellen ist nicht nur gesetzlich verboten, sondern führt auch zum Gegenteil von dem, was erwünscht wird. Wild bekommen Sie am ehesten zu Gesicht, wenn Sie sich normal auf den Wegen bewegen und nicht, wenn Sie ihm nachstellen.

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Aufenthalt in Wittgensteins Wäldern !
Johannes Röhl, Direktor der Wittgenstein-Berleburg´schen Rentkammer

 

Der Wittgensteiner Wald
Der Wittgensteiner Wald